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09.10.2015 11:33

Eigentümer und Mieter von Effizienzhäusern schätzen Einführung in ihre neue Haustechnik


Fachleute sollten sich nach energetischer Sanierung mehr Zeit nehmen, um Heizung, Lüftung und Co. zu erklären


Eine energetische Sanierung verändert nicht nur das Erscheinungsbild eines Hauses, sondern auch die im Haus eingebaute Anlagentechnik. Nur wenn Bewohner diese richtig bedienen und kontinuierlich an ihren Bedarf anpassen, können Effizienzpotenziale komplett ausgeschöpft und das Wohnklima verbessert werden. Die Deutsche Energie-Agentur (dena) hat in einer Umfrage untersucht, welche Bedeutung die Bewohner von Effizienzhäusern einer Einführung in die Anlagentechnik von Heizungs-, Lüftungs- und Solaranlagen beimessen. Das Ergebnis ist eindeutig: 96 Prozent der selbstnutzenden Eigentümer und 73 Prozent der Mieter halten eine solche Einführung für wichtig oder sehr wichtig.

„Eine energetische Sanierung sollte nicht mit dem Einbau der technischen Komponenten enden“, sagt Christian Stolte, Bereichsleiter Energieeffiziente Gebäude bei der dena. „Damit Bewohner die Einsparpotenziale ausschöpfen können, ist es wichtig, ihnen die neue Heizungs-, Lüftungs- oder auch die Solaranlage zu erklären und sie vor allem auch stetig an ihre Bedürfnisse anzupassen. Das steigert nicht nur die Energieeffizienz, sondern auch die Kundenzufriedenheit.“

Knapp zwei Drittel der Befragten, die eine Einführung in die Haustechnik erhielten, profitierten von einem persönlichen Gespräch vor Ort. Im Fall der Mieter führte dies überwiegend der Vermieter oder die Hausverwaltung. Hauseigentümer erhielten die Informationen eher von Handwerkern und Mitarbeitern des Anlagenanbieters. Etwa die Hälfte der Mieter, die eine Einführung erhielten, bekam ausschließlich oder ergänzend ein Merkblatt zur Haustechnik. Die Qualität der Einführungen in die Haustechnik wird unterschiedlich beurteilt: Jedoch ordnen sie 80 Prozent der Eigentümer und 73 Prozent der Mieter als hilfreich ein. Kritisiert werden oftmals die mangelnde Zeit des Experten für das Gespräch und die Komplexität der Materie. Die dena empfiehlt deshalb, die Einführung in die Haustechnik als Leistung in den Vertrag aufzunehmen. Generell sind die Befragten aber überwiegend zufrieden mit ihrer Technik.

Die dena befragte in Zusammenarbeit mit dem Berliner Institut für Sozialforschung GmbH 76 Einfamilienhausbesitzer, 62 Vermieter und 491 Mieter in schriftlichen Interviews zur Nutzung ihrer energetisch sanierten Ein- und Mehrfamilienhäuser. Die zwischen 2003 und 2012 sanierten Gebäude stammen aus dem dena-Modellvorhaben Effizienzhäuser und übertreffen die energetischen Anforderungen der jeweils gültigen Energieeinsparverordnung um 30 bis 50 Prozent. Damit gehören sie zu den energiesparendsten Häusern Deutschlands. Das Modellvorhaben Effizienzhäuser wird seit dem Jahr 2003 von der dena durchgeführt. Es wird unterstützt vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und dem Hersteller Viessmann.

Die Ergebnisse der Umfrage zu dem Thema „Zufriedenheit mit Raumklima und Sanierungsmaßnahmen“ stehen unter www.zukunft-haus.info/sanierungsstudie zum Download bereit.