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20.04.2016 09:57

Energiemanagement – ein zentraler Baustein der Smart Factory



Foto: Iliana Mihaleva/shutterstock.com

In vielen Industriebereichen sind die Energiekosten bereits ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. Zukünftig werden sie die Wertschöpfung von Unternehmen noch stärker beeinflussen. In Deutschland wird rund die Hälfte des erzeugten Stroms durch die heimische Industrie verbraucht. Zwar sinkt seit 2011 der Stromverbrauch bei gleichzeitig anhaltendem Wirtschaftswachstum und einem aktuellen Beschäftigungsrekord. Erzielt wurde dieser Erfolg aber durch den massiven Einsatz von Energieeffizienzmaßnahmen, insbesondere in produzierenden Unternehmen.

Dennoch gibt es hier auch weiterhin eine Menge zu tun: Kritiker mahnen, dass die nationalen Klimaschutzziele verfehlt werden könnten. So warnt beispielsweise der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE), dass erst ein Siebtel der Energiewende umgesetzt sei. Das Ende der Fahnenstange scheint also noch lange nicht erreicht – denn auch heute gibt es noch hohe Einsparpotenziale. Das sieht auch die Politik so: Am 4. April traf sich Bundeskanzlerin Angela Merkel mit EU-Energiekommissar Miguel Arias Cañete, um über die Auswirkungen der Beschlüsse des Pariser Klimagipfels auf die europäische Energiepolitik zu sprechen.

Das Thema Energieeffizienz spielt auch auf der Hannover Messe 2016 eine zentrale Rolle. Denn für ein nachhaltiges Energiemanagement in der intelligenten Fabrik ist sie ein zentraler Baustein. Notwendig sind dazu passende Messtechnik und Software, um den Energiebedarf einzelner Maschinen zu ermitteln. Damit werden im Sinne einer vernetzten Produktion Daten aus der aktuellen Fertigung analysiert. In unserem eigenen Haus ist ein wesentlicher Kernpunkt des Energiemanagements die Transparenz über die tatsächlichen Energieströme in der Produktion. Denn dadurch können Stellen mit hohem Energieverbrauch gezielt angegangen werden. Die dazu verwendeten Lösungen können mögliche Lastspitzen vorhersagen und Optimierungspotenzial über Energy-Peak-Load Analytics aufzeigen und per Out-Of-Time-Detect Verbrauchssenkungspotenziale in Maschinen oder Maschinenteilen aufspüren.

Die Praxis zeigt: mit einem Industrie 4.0-fähigen Energiemanagment werden Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit auch in der digitalen Fabrik vom Zukunftsthema zur Realität.

Quelle: ZVEI
Dr. Peter Köhler
Vorstandsvorsitzender, Weidmüller Gruppe
Mitglied des ZVEI-Vorstands